Loveparade 2010: Traurige Bilanz – Warum musste das geschehen?




Der Schock sitzt immer noch tief, die traurige Katastrophe des bekanntesten Techno-Spektakels Europas. Bei der Loveparade am vergangenen Samstag gaben 20 junge Menschen ihr Leben, darunter zwölf Frauen, acht Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Weitere 511 Menschen wurden teils schwer verletzt. Eine 25-jährige Frau erlag Mittwochmorgen ihren schweren Verletzungen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 21.

Bereits gestern versammelten sich Überlebende, Verwandte und Freunde der Opfer am sogenannten „Todestunnel“, der 19 Menschen ihr Leben nahm. Die einzige Frage: Warum?!

Feuerwehr äußerte bereits Sicherheitsbedenken

Noch immer ist es unverständlich, wie man über eine Millionen erwartete Raver durch einen einzigen Zugang schleusen wollte. Der Tunnel, der 100 Meter lang und 16 Meter breit ist und sich zu einem gefährlichen Nadelöhr entwickelte. Die ortsansässige Feuerwehr, die bereits seit Ende letzten Jahres in den Vorbereitungen für die Loveparade steckte, warnte die Stadt Duisburg und die Polizei schon vorab und äußerte Sicherheitsbedenken. Doch anstatt auf die Warnungen zu reagieren, wurden diese ignoriert. Bürgermeister Sauerland will davon nichts wissen:

Ich habe mit dem Leiter der Feuerwehr vor der Veranstaltung gar nicht gesprochen.

Gelände nur für 250.000 Menschen zugelassen

Zudem ist ein Sicherheitskonzept aufgetaucht, das gravierende Lücken aufwies, das berichtet Spiegel Online. Der Onlinedienst beruft sich auf ein Schriftstück vom 21. Juli 2010 mit dem Titel „Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung“ (Aktenzeichen 62-34-WL-2010-0026). Auf konkrete Feuerwehrpläne soll zudem verzichtet worden sein, dafür mussten die Organisatoren versichern, dass die Personenzahl auf dem Veranstaltungsgelände 250.000 nicht überschreitet. Die Veranstalter haben jedoch 500.000 Menschen angemeldet, rund 1,4 Millionen sollen nach ersten Schätzungen tatsächlich in Duisburg gewesen sein. Als man Veranstalter Rainer Schaller vor der Loveparade auf die Personenzahl anspricht, entgegnet der nur, dass die vorangegangenen Veranstaltungen auch nicht für so viele Personen angedacht waren. Im Handelsblatt aus dem Jahr 2009 erklärte Schaller:

Wir wollten mit einem relativ kleinen Budget einen hohen Bekanntheitsgrad (für McFit) erzielen. Wir haben uns lange überlegt, was wir denn Verrücktes machen können, um bekannter zu werden. Wir haben uns für die Love Parade entschieden!

Duisburg sollte mit dieser Loveparade wieder die Stadtkassen füllen, sich selbst in ein besseres Licht rücken. Doch aufgrund finanzieller Engpässe, wurde an dem gespart, was für solche Massenveranstaltungen das Kernelement sein sollte: den Sicherheitsvorkehrungen. Bochum sagte im letzten Jahr aus eben diesen Bedenken die Loveparade ab. Zu Recht!

105.000 Raver kamen mit der Bahn

Zwischen 9 und 14 Uhr reisten 105.000 Raver mit der Bahn an. Das soll letzten Endes zu dem verhängnisvollen Stau an der Rampe geführt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen „Fahrlässiger Tötung“.

Das traurige Aus für die Loveparade

Nach nun 20 Jahren Loveparade verkündet Veranstalter Rainer Schaller nun das Aus für das eigentlich so fröhliche Fest, das bereits seit 1989 zu einem festen Bestandteil der Techno-Szene zählte, sich aber immer mehr zu einer Massenveranstaltung entwickelte:

Aus Respekt werden wir die Veranstaltung nicht mehr fortsetzen. Das ist das Ende der Loveparade.

Unglaublich auch die Tatsache, dass ein Wochenende zuvor rund 3 Millionen Menschen auf der A40 das „Stillleben Ruhr“ feierten. Friedlich. Reibungslos. Doch anders wie bei der Loveparade gab es hier kein gefährliches Nadelöhr. 30 Zugänge, die durch die Polizei gesichert wurden, regelten einen reibungslosen Ablauf.

Wir sind immer noch zutiefst schockiert. Dies ist wohl das traurigste und schlimmste Ereignis in der Geschichte der Techno-Partys, das wir alle nie mehr vergessen werden. Wir gedenken der Opfer dieses schrecklichen Unglücks. Unser Mitgefühl gilt zudem den Angehörigen und Freunden.

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>>Loveparde 2010: Die Tragödie aus der Sicht einer Überlebenden

>>Raveline Interview mit Westbam


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Bei Fragen, Anregungen und Wünschen, einfach melden :-) Groovige Grüße!



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1 Response

  1. Miriam sagt:

    Wir müssen was gegen die Heuchler tuen!!!!
    Die können nicht ungestraft davon kommen!!!!

    http://www.loveparaderavercount.de/?COUNT=1

    also schaut rein wenn ihr gerechtigkeit wollt und schickt es an alle Leute,
    die auf der tragischen „Loveparade“ waren!!!!
    Denn wenn wir was tuen können, dann das!!!!

    Mein herzlichstes Beileid an all diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben <3

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