Party auf dem Todesstreifen: Techno-Doku über den Beginn der Szene – sehr sehenswert!




Berlin und Techno gehören zusammen. Der Berliner Techno hat einen ausgeprägten Charakter mit dunkler Seele. Wir verbinden mit der elektronischen Musik aus der Hauptstadt spezielle Momente. Jene, in dunklen, stickigen Räumen, tropfenden Schweiß von viel zu tiefen Decken, Strobo, aber ebenso Open-Air-Feierei mit bunten Freaks und seltsamen Gestalten, die dir lachend ihre Gläser reichen. Berlin ist Berlin – und die Technokultur reicht weit zurück. Die Geschichte beginnt vor und gleichzeitig hinter der Berliner Mauer – bereits vor dem Fall im Jahr 1989. Illegal. Natürlich.

Der Sender arte hat auf Grundlage des Buchs „Der Klang der Familie – Berlin, Techno und die Wende“ eine beeindruckende Doku auf die Beine gestellt, die den provozierenden Namen Party auf dem Todesstreifen“ trägt. In einer knappen Stunde sind zu sehen: Interviews mit den Tresor-Gründern Dimitri Hegemann und Johnnie Stieler sowie DJs wie Laurent Garnier, Tanith und Marc Redder, Marusha, wie sie ihre Platten in ihrer ersten Radiosendung dreht, Underground-Partys in verlassenen Kellern und Bunkeranlagen. Gefeiert wird illegal. Ein Spirit von Techno, weitab von Kommerz und Geldgier, der heute erfreulicherweise von einer Handvoll Partymachern wieder entdeckt wird. Die Berliner Techno-Szene besteht damals aus einer Gruppe Partywütiger, die in drei ausgedienten Linienbussen ein gemeinsames Ziel verfolgen: das Wochenende in verlassenen Locations in glückselige Exzesse zu verwandeln, angetrieben von Musik, die nur aus Rhythmus und Geräuschen besteht. Musik, die Szene-Fremde für irre halten. Und es heute noch tun.

Techno ist nicht nur der Soundtrack der Wende, er ist auch der Antrieb für die erste gesamtdeutsche Jugendbewegung.

Ein bisschen wehmütig wird man bei diesen Bildern schon. Nicht wahr?

Mit Stücken von Cybersonik, Final Exposure, Blake Baxter, LFO, Larry Heard, Lhasa, Mescalinum United, Techno Bert, Speedy J, Monolake, Jeans Team, Sven von Thülen.

Soundtrack von LOPAZZ & Casio Casino
Regie: Rolf Lambert
Schnitt: Gunther Kreis
Buch: Felix Denk & Sven von Thülen
Redaktion: Meyen Wachholz, Jens Stubenrauch, Oliver Schwehm

Produktion: ARTE, rbb und Along Mekong Productions


ruhrclubbing

Bei Fragen, Anregungen und Wünschen, einfach melden :-) Groovige Grüße!



Schon gewusst?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

vier + siebzehn =